Mittwoch, 20.11.2019 20:30 Uhr

Reizstromanwendungen bei Schmerzen des Bewegungsapparats

Verantwortlicher Autor: Peter-G. Rademacher ENA Oliver Schöpf DVPJ Teningen, 15.10.2019, 11:44 Uhr
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Teningen [ENA] Eine der häufigsten Gründe in den Industrienationen einen Arzt aufzusuchen sind Schmerzen des Bewegungsapparats. Unser Rücken tut weh und die Gelenke schmerzen - Rückenleiden kennt ein jeder. 
 Natürlich sind die Ursachen solcher Schmerzzustände nicht immer rein mechanisch z.B. von Fehlhaltungen oder Fehlbelastungen bedingt, sondern haben auch eine organische Ursache.

So kennen wir beispielsweise Schmerzen des unteren Lendenwirbelbereichs im Zusammenhang mit chronischen Darmentzündungen. In den östlichen Heilweisen werden Schmerzen als Ausdruck von Mangel an Energie beschrieben. Interessanterweise bringt das Einbringen von Energie in Form von Wärme oder moderater Bewegung oft Linderung bei chronischen Rückenschmerzen. Weitere Formen von Energie sind Magnetismus und Elektrizität. In der Biologie kann man Elektrizität auch als eine Form von Lebensenergie begreifen, bzw. beschreiben. Viele Prozesse in der Reizübertragung oder in der Zellchemie laufen unter elektrischen Vorbedingungen ab.


Mit elektrischen Strom medizinisch zu behandeln ist so alt wie die technische Erfindung des Stroms selbst. Es gibt viele Varianten von Strom, die in der Behandlung zur Anwendung gebracht werden. Ob elektrische Felder, denen man sich aussetzt, oder das Platzieren von Elektroden auf der Körperoberfläche – es wurde viel ausprobiert und getestet, zumal Strom schon immer eine große Faszination auf Erfinder und Forscher ausgeübt hat. Heute ist der sogenannte biphasische modulierte Wechselstrom, auch Reizstrom genannt in den Vordergrund gerückt. Reizstrom hat in der Orthopädie und der Physiotherapie seit langen Verwendung gefunden.

Bei richtiger Anwendung ist die Reizstromtherapie äußerst schonend, gerade weil Großteils auf schmerzlindernde Medikamente verzichtet werden kann, und sich dennoch eine deutliche Schmerzreduktion einstellt. Auch für den Hausgebrauch gibt es kleine Taschengeräte, sogenannte TENS oder EMS Geräte, die auch von den Krankenkassen in Absprache mit dem Hausarzt oder Orthopäden per Rezept erhältlich sind. Die Anwendung erfolgt über kleine Hautelektroden, der Reizstrom wird nach Körpergefühl oder Arztvorgabe selbst eingestellt und kann in fast jeder Körperposition angewendet werden.

Die Wirkungsweise, bzw. der Ort der therapeutischen Wirkung ist das Nervengewebe einerseits und das Muskelgewebe mit Sehnen- und Bandapparat andererseits. Das sind genau die Körperbereiche, wo der Schmerz entsteht, bzw. beheimatet ist und auch den energetischen Heilweisen zugänglich ist. So können akute Sportverletzungen, wie auch chronische Beschwerden beispielsweise Rückenleiden behandelt werden. 
Der angesprochene medizinische Reizstrom selbst ist eine Form des Wechselstroms, der in verschiedenen Parametern wie Frequenz und Modulation, sowie Stärke eingestellt werden kann.

iele moderne Geräte bieten schon voreingestellte Programme, die der Anwender anwählen kann. Die Stromstärke wird immer nach dem Verträglichkeitsgefühl des Patienten eingestellt, so können ungewünschte Wirkungen verhindert werden. Hat der Patient oder Selbstanwender schon gewisse Erfahrung mit den verschiedenen Einstellungsparametern, kann er durch sein eigenes Empfinden schon nach kurzer Zeit feststellen, welche Einstellungen dem Schmerz besonders effektiv entgegenwirken. Reizstromanwendungen bewirken nicht nur eine Schmerzreduktion, sondern auch eine Beschleunigung der Heilvorgänge im Gewebe selbst. So werden Entzündungen abgebaut und ein gesunder Stoffwechsel gefördert.

Durchblutung und Elastizität der Muskeln, Sehnen und Bänder verbessern sich. Im Zuge dessen werden die betroffenen Bereiche auch schmerzresistenter.
TENS bedeutet transkutane elektrische Nervenstimulation, EMS ist die Abkürzung für Elektromuskelstimulation. Beide Anwendungsarten arbeiten mit der gleichen Art von Reizstrom. Deswegen tragen die kleinen Taschengeräte meist beide Bezeichnungen. Im Allgemeinen werden die kleinen Helferlein als TENS-Geräte bezeichnet.

m Großen und Ganzen hat sich die Anwendung mit Reizstrom über die vielen Jahrzehnte als echte Alternative zu Schmerzmedikamenten erwiesen. Besonders wenn Betroffene für andere Erkrankungen schon wichtige Medikamente einnehmen müssen, ist es oft unabsehbar, welche Wechselwirkungen bei zusätzlicher Verwendung von Schmerzmedikamenten auftreten können. Des Weiteren ist das Betreiben eines TENS-Geräts auch wirtschaftlich interessant, da die Kosten für Verbrauchsmaterial und Batterien sehr überschaubar sind.

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