Dienstag, 19.03.2019 01:22 Uhr

Seehofer - der Quärulant im Gnadenbrot

Verantwortlicher Autor: Hermann K. Stützer Teisendorf/Salzburg, 09.01.2019, 09:02 Uhr
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© Freud  Bild: Andre Freud

Teisendorf/Salzburg [ENA] Maske und Maskerade, bei Horst Seehofer liegt vieles eng beieinander. Es ist die Nah-Sicht auf die Strömung, der Felle folgen, wenn sie davonschwimmen. Minister in dem Zustand sind in gefährlicher Zeit von innen- u. außenpolitischer Vielfrontenlage völlig ungeeignet für ihr verantwortungsvolles Amt.

Hatte man zunächst geglaubt, Horst Seehofer hätte sich mit seiner katastrophalen wahltaktischen Fehleinschätzungen die AfD betreffend sein politisches Grab geschaufelt, so musste man augenreibend feststellen: der Mann ist noch immer da. War die CSU bekannt als gnadenlose Machtintrigantin, wenn es gegen mißliebige Landesministerpräsidenten ging, so muß man ebenfalls einsehen, dass dem in Causa Seehofer auch anders war als früher. Auch war das von ihm selbst eingefädelte persönliche Machtkonstrukt länger haltbar als man geglaubt hatte. Ein verbliebener Noch-Parteivorsitzender kann nun mal in einer Koalitionsregierung ohne großes Risiko nicht entlassen werden. Doch die Zuversicht, die der Mann noch zur Schau trägt, hat den Anruch von Verfall.

Die Zwischentöne der CSU-Pressestatements werden deutlicher. Es kann nicht mehr überhört werden, dass die Abschussliste ausliegt und der Name Seehofer an oberster Stelle steht. Nicht wenige Parteikollegen kritisieren seine fachpolitische Inkompetenz als Innenminister, seine gegenüber der Öffentlichkeit förmlich kultivierte Arroganz und seinen kaum mehr verborgenen Starrsinn offen und deutlich wahrnehmbar. Dass der oberste Dienstherr der deutschen Beamtenschaft beispielsweise bei deren Jahreskongress erst gar nicht anreist, weil er mit einer Krise beschäftigt ist, deren Priorität er am Ende sogar hinter seine persönlichen Parteiinteressen gestellt hat, empört auch die eigenen Leute. Und er spricht dabei auch noch von "Amtsverständnis".

Auffallend dabei ist, dass die prominenten Exponenten der Konkurrenzparteien in der Causa Seehofer eher schweigen. Das ist stets ein Indiz dafür, dass sich die Dinge in Kürze von selbst erledigen und man eigene Energieressourcen getrost für erfolgversprechendere Öffentlichkeitsarbeit einsetzen kann. Bleibt der CSU vorzuwerfen, dass neben allen vergeblichen Lassowürfen in Richtung AfD nicht viel mehr übrig geblieben ist als eine historisch bis zur Unerträglichkeit kultivierte Machtarroganz, die dem Ansehen Bayern mehr schadet als alle Neidangriffe aus 15 konkurrierenden Bundesländern. Die Menschen in Bayern begannen schon lange, unter dem Imageschaden zu leiden. Immerhin ein schönes, erfolgreiches Bundesland, trotz zurechtgestutzter CSU!

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