Donnerstag, 18.10.2018 06:50 Uhr

Der Online-Werbung ein Schnippchen schlagen

Verantwortlicher Autor: Heiko Schulz Wiesbaden, 06.01.2018, 17:58 Uhr
Presse-Ressort von: Heiko Schulz Bericht 5699x gelesen
Symbolbild
Symbolbild  Bild: typographyimages / Pixabay

Wiesbaden [ENA] Im Internet gibt es kaum eine Seite, die keine Werbung enthält. Und die Werbung scheint einen zu verfolgen. Jede Einblendung deckt sich mit dem, was man zuletzt gesucht hat. Die Angst, ausgespäht zu werden und Privatsphäre zu verlieren, wächst. Doch man kann sich schützen.

Lange Zeit konnte die Werbeindustrie machen was sie will. Auf Webseiten wurden mit verschiedensten Methoden die Besucher getrackt. Wo kommen sie her, wofür interessieren sie sich. Es wurden Daten gesammelt, um mögliche Kunden möglichst genau zu erkennen und zielgerichtete Werbebanner einblenden zu können. Was zunächst nach einer guten Idee klingt, hat nur einen Beigeschmack: Die Kunden wurden von der Werbung verfolgt. Eben noch bei Google nach Urlaubszielen gesucht, schon hagelt es auf der nächsten Seite Touristikangebote.

Die Werbeindustrie konnte wertvolle Daten sammeln. Wichtige Grundlagen für optimal gestreute Werbeschaltungen. Zum Nachteil der Verbraucher mussten diese aber weder der Datensammlung zustimmen, noch hatten sie bislang eine Möglichkeit, diese nachträglich zu verbieten. Das rief die Datenschützer der EU-Kommission auf den Plan, die mit der "E-Privacy-Verordnung" den Einsatz von Tracking-Mechanismen und Cookies neu reglementiert.

Demnach ist zukünftig der Einsatz von Cookies zum Tracking nur noch erlaubt, wenn der Nutzer explizit zustimmt. Warenkorb- oder Konfigurationscookies sind nach wie vor erlaubt. Gleiches gilt für den Versand von Marketing-Emails oder Werbeanrufe. Die Verordnung sieht hierbei ein "Privcy by Default" vor. Das heißt, der Nutzer muss aktiv der jeweiligen Nutzung zustimmen. Außerdem muß jedem Kunden eine Widerrufsmöglichkeit eingeräumt werden.

Opt-Out Dienste

Mittlerweile hat sich eine Vielzahl an Marketing-Unternehmen etabliert, die von der Änderung betroffen sind. Die meisten davon sind für die Besucher einer Webseite nicht zu erkennen. Es scheint unmöglich, bei allen die bisherige -stillschweigend erteilte- Zustimmung zu widerrufen. Das Präferenzmanagement der Webseite YourOnlineChoices.com/de/ ist hier ein hilfreiches Tool. Alternativ hilft die englischsprachige Seite der Digital Advertising Alliance unter http://optout.aboutads.info.

Nach der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) ist dies nun die zweite europaweite Regelung, die neue Maßstäbe setzt und auch Unternehmen außerhalb der EU betrifft. Nämlich dann, wenn diese Kunden mit Wohnsitz innerhalb der EU ansprechen. Dass es die EU-Kommission ernst meint, beweisen die angekündigten Bußgelder: bis zu 20 Millionen Euro, alternativ 4% vom weltweiten Jahresumsatz des Vorjahres können bei Verstößen fällig werden. Bleibt abzuwarten, inwieweit die EU dies weltweit durchsetzen kann.

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